Medizinisches Fehlermanagement

Das Fehlermanagement in der Medizin wird auch MRM (Medical resource Management) bezeichnet und wurde von CRM (Crew Resource Management) abgeleitet, das bereits vor Jahrzehnten in der Luftfahrt etabliert wurde. In der Medizin begann man erst vor wenigen Jahren, sich mit Fehler- und Workloadmanagement intensiver auseinanderzusetzen. Ärzte können jedoch stark von der Luftfahrt profitieren. Wir bieten Impulsvorträge für Entscheidungsträger an.

   

Handlungsprozesse und Systemfehler: Dort wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Entscheidend ist deshalb, wie die Anzahl der Fehler minimiert werden kann. Hier liegt die Verantwortung in der Sicherung einer hochqualitativen Aus- und Weiterbildung mit optimierten Trainingsmöglichkeiten, gezielter Anwendung von Checklisten, Standardisierung von Handlungsabläufen (SOP´s), effizienter Motivation der Mitarbeiter, erhöhter Konzentration in definierten Arbeitsphasen (Workload), etc.

Sind Fehler bereits passiert, müssen deren Konsequenzen auf ein akzeptables Mass reduziert werden. Fehlerfallen wie z.B. das Handlungsschema „wählen – checken – bestätigen“ müssen in die Arbeitsprozesse implementiert werden. Um auch latente Fehler aufzudecken, bedarf es einer genauen Fehleranalyse. Hier hat die Luftfahrt mit dem Aviation Safety Reporting System (ASRS) ein effizientes Konzept bereits etabliert.

Für den Gesamterfolg sind teamspezifische Maßnahmen wie Aufgabenverteilung, Führungstechniken, Informationsweiterleitung oder Crossmonitoring unverzichtbar. Nur Menschen mit klar definierten Aufgaben- und Verantwortlichkeitsbereichen können wie Zahnräder eines Uhrwerks zu einem effizienten Team zusammengeführt werden. In besonderen Situationen muss zudem jedes Teammitglied wissen, wann es führen und wann es folgen soll.

Kommunikation: Das Konzept zur Kommunikationsverbesserung beruht auf dem Schwerpunkt „Kommunikationstheorien, kommunikative Prozesse, kommunikative Strukturen und persönliche Befähigungen im Schwerpunktbereich Kommu­nikation“. Diese Elemente müssen an die Adressaten herangebracht werden, um ein Verständnis für Kommunikationsleistungen, Kommunikationsgrenzen und Kommunikationsfallen zu wecken. Es gilt das Bewusstsein über die Wichtigkeit der Kommunikations­inhalte und -abläufe zu schärfen und durch methodische Trainings in den Schwerpunkten Kommunikationsabwicklung und kooperative Kommunikation zu schärfen und zu verankern.

Hier wird sehr stark mit den Elementen der optimierten Voraussetzungen (schaffen eines positiven Kommunikations­klimas nach Rosenthal) und den Elementen der kognitiven Psychologie (kognitive Landkarten, brain scripts, inferential beliefs, timelines, anticipation und relief, media literacy, etc.) gearbeitet. Dieser neue und andere Zugang zu Kommunikationsabläufen und die Bereitschaft dies anzuerkennen, schafft die Voraussetzungen für höchstqualitative Arbeit.